Wie Verbraucher hinters Licht geführt werden

Wie Verbraucher hinters Licht geführt werden

Als Verbraucher hat man es heute nicht leicht. Man muss genau schauen, was man einkauft. Zwar besteht eine Kennzeichnungspflicht der Hersteller, die besagt, dass alle in Lebensmitteln enthaltenen Stoffe aufgelistet werden müssen, aber diese Liste ist auf den Verpackungen so klein geschrieben, dass man Stunden braucht, will man alles ganz genau durchlesen. Und irgendwie schaffen es die Hersteller, diese Kennzeichnungspflicht zu umgehen oder es interessiert sie ganz einfach nicht.

Analogkäse, Schinkenimitate, gepresstes Fischeiweiß und billiges Pflanzenfett statt Kuhmilch. Diese Begriffe tauchen immer wieder in den Medien auf, wenn es um Verbrauchertäuschung geht. Nach dem Motto „Mehr Schein als Sein“ spielen uns die Lebensmittelproduzenten die heile Ernährungswelt vor. Doch wo Käse drauf steht, ist noch lange kein Käse drin und der Schinken ist auch nicht mehr das, was er mal war, nämlich ein herzhaftes Stück Fleisch. Immer mehr Hersteller sparen an den Zutaten, um noch mehr Profit zu machen. Hier nur einige Beispiele des Betrugs am Verbraucher:

Analogkäse

Der Analogkäse ist eine Art Kunstkäse, der gar nicht oder nur zum Teil aus Milch besteht. Als Grundstoffe dienen u. a. Soja- und Bakterieneiweiße sowie Pflanzenöle, teils wird auch Stärke zugesetzt.  Um sich den Geschmack und Aussehen von echtem Käse anzunähern, werden Emulgatoren, Aroma- und Farbstoffe sowie Salz zugesetzt. Dadurch verkürzt sich die Produktionsdauer gegenüber echtem Käse erheblich, da kein Reifeprozess notwenig ist.

Formfleisch

Das Formfleisch besteht aus kleinen Fleischstücken wie z. B. Schlachtresten, die industriell zu einem großen Stück zusammengesetzt werden. Eine Methode ist der Einsatz zusätzlicher Enzyme wie Transglutaminase, das in Deutschland bislang nicht kennzeichnungspflichtig ist.  Dass auch roher Schinken auf diese Weise zusammengesetzt wird, war den Verbrauchern bislang nicht bekannt. Wir werden durch Bezeichnungen wie „Lachsschinken“ oder „Nussschinken“ in dem Glauben gelassen, das Fleisch würde aus dem ganzen Rückenmuskel, genannt „Schweinelachs“ bzw. aus einem Teil der Schweinekeule, der Nuss, hergestellt.

Gepresstes Fischeiweiß

Nicht überall, wo Garnelen drauf steht, sind auch Garnelen drin. Auch dann nicht, wenn sie täuschend echt aussehen. Es handelt sich bei einigen dieser Krustentiere um gepresstes Fischeiweiß, das mit Stärken, Geschmacksverstärkern, Aromen und Farbstoffen angereichert. Durch den Zusatz „Gefangen im indischen Ozean2 soll Verbrauchern vorgegaukelt werden, es handele sich um echte Garnelen.

Die Liste lässt sich unendlich fortsetzen: Synthetisches Vanillin und Kokosfett statt echter Eiscreme, Sonnenblumen- statt Olivenöl in der Pesto,  Schokoladenimitat statt echter Schokolade, sogar in manchen Bio-Vollkorn-Brötchen bestehen nur zu 60%  aus Vollkornmehl., obwohl 90% vorgeschrieben sind. Es wird mit Weizenmehl gestreckt, das Gerstenmalzsirup gefärbt wird, damit es keinem auffällt.

Können wir Verbraucher diese Schwindeleien eigentlich erkennen?

Die Laborchemie ist heutzutage so weit fortgeschritten, dass man äußerlich wie geschmacklich kaum Unterschiede feststellen kann. Daher sollte man sich im Supermarkt die Zeit nehmen, das Kleingedruckte auf den Verpackungen zu lesen oder im Restaurant und an Bedienungstheken genau nachzufragen. , Auch lohnt es sich, auf die Webseiten der Verbraucherzentralen zu schauen, denn dort  sind gefälschte Produkte aufgelistet. Verbraucherschützer und Politiker fordern unterdessen noch mehr Transparenz, um den Tricksereien mit Lebensmitteln ein für allemal ein Ende zu bereiten.